CoWorking – was und warum?

Veröffentlicht am 8. Juni 2009 von Florian Rustler in Kategorie: CoWorking Basics, Konzeptionelles, Studien und Trends, Themenbeiträge | Trackback URL | Zur Diskussion

2373305363_1ecb7a69ff_bImmer wenn es um Definitionen geht, habe ich es gerne wissenschaftlich. Dann manche ich halt eine Recherche in wissenschaftlichen Datenbanken, um zu sehen, wie z.B. die Sozialforscher das CoWorking Phänomen beschreiben. Anzahl der Treffer: Null.

Anscheinend ist CoWorking noch zu neu, um bei Wissenschaftlern auf dem Schirm zu sein, oder die geplanten Veröffentlichungen dazu stecken noch in einer zweijährigen Peer-Review-Schleife.

Zum Glück bleiben ja noch Wikis und Blogs, hier ist die Suche schon wesentlich ergiebiger. CoWorking ist ein in den USA entstandener Trend (die ersten Quellen finde ich aus dem Jahr 2007), der nun seine Verbreitung auf der ganzen Welt findet, neben den USA vor allem in Europa. Eine Auswahl an Definition:

Coworking is an emerging trend for a new pattern for working. Typically work-at-home professionals or independent contractors or people who travel frequently end up working in relative isolation. Coworking is the social gathering of a group of people, who are still working independently, but who share values and who are interested in the synergy that can happen from working with talented people in the same space.” (Wikipedia)

Coworking is cafe-like community/collaboration space for developers, writers and independents.

Or, it’s like this: start with a shared office and add cafe culture. Which is the opposite of most modern cafes. ;)” (CoWorking Wiki)

Coworking is rapidly emerging as a meme for the reorganization of knowledge work among entrepreneurs, programmers, writers and even, as we learned during our visits, sustainable furniture designers.” (Laura Forlano für Urban Omnibus)

Gemeinsamer Nenner der Definitionen. CoWorking ist in erster Linie etwas für Freiberufler und andere Einzelkämpfer, aber nicht ausschließlich. CoWorking beinhaltet einen physischen Ort an dem sich CoWorking treffen um zu arbeiten, es ist damit nicht rein virtuell, kann die virtuelle Zusammenarbeit allerdings beinhalten. Die Ursprünge des CoWorking finden sich bei den Web-Arbeiten, die mit einem Laptop und einem Internetanschluss überall auf der Welt einsatzfähig sind.

Besondere Eigenschaft von CoWorking Orten: Cross-pollination, das gegenseitige Bestäuben der CoWorker, welches in Kooperationen und Synergien münden kann.

Gründe für CoWorking

  • CoWorking bietet sinnvolle Interaktion mit Gleichgesinnten.
    So schön das freie Arbeiten im Heimbüro auch sein mag, der Mensch ist ein soziales Wesen und braucht ab- und zu Kontakt mit anderen. CoWorking Orte ermöglichen diesen Kontakt. Im Unterschied zu zufälligen Kontakten z.B. in einem Café, ist die Interaktion und die gegenseitige Hilfe Teil des CoWorking-Programms:
    ‘Starbucks was a place to get out of the house and be around other people,’ said Sherry Heyl, a Jelly coworker and home-based social media consultant. ‘But you can’t turn to the person next to you at Starbucks and say, ‘Can you look at this proposal and tell me if it looks all right or check it for typos?’” (Thom Patterson, CNN)
  • CoWorking ermöglicht Kooperation und Synergien.
    Je nach dem wie stark die Nutzerzusammensetzung eines CoWorking Ortes gesteuert ist, bieten sich dort vielfältige Möglichkeiten der Zusammenarbeit in gemeinsamen Projekten oder ein einfacher Dienstleistungstausch, ähnlich wie beim Tauschring-Prinzip. Dies kann gerade für Gründer interessant sein, die es sich nicht leisten können, jede Dienstleistung einzukaufen. Damit unterscheiden sich CoWorking Orte von gewöhnlichen Büroraumvermietern (Business Center).
  • CoWorking bietet eine Kombination aus freiem Arbeiten und der Interaktion mit anderen
    Im Gegensatz zum Angestellten im Büro kann ich als Nutzer eines CoWorking Ortes entscheiden, wann, wie oft und wie lange ich dort arbeiten möchte. Ein CoWorking Ort bietet die gleiche Freiheit wie ein Heimbüro und man kommt in Kontakt mit anderen.
  • CoWorking bietet eine besondere Atmosphäre
    Das Klima und das Raumdesign spielen eine wichtige Rolle für das produktive Arbeiten. Für CoWorking Orte kann dies die kaffeehausartige Athmosphäre bedeuten, aber auch die Gestaltung der Räume, die meist nicht an gewohnte Büroräume erinnert, die zwischen mausgrau und staubgrau oszillieren.
  • CoWorking bietet Infrastruktur
    Dadurch, dass CoWorking Räume von vielen Menschen genutzt werden, ist dort eine technische Infrastruktur möglich, die man sich alleine oder in einer kleinen Bürogemeinschaft nicht leisten könnte oder möchte.
  • CoWorking bietet Flexibilität
    Im Unterschied zu Bürogemeinschaften bietetn CoWorking sehr flexible Nutzungsmöglichkeiten. Je nach Anbieter kann man sich einen Tisch dort stunden-, tage, oder wochenweise mieten. Damit ist man an keine Mietverträge gebunden und hat große Flexibilität.


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