Coworking: „Spekulation Zusammenarbeit”

Veröffentlicht am 4. Juni 2009 von Felix Schürholz in Kategorie: CoWorking Kultur, Meinung, Themenbeiträge | Trackback URL | Zur Diskussion

Spekulation ist nicht erst seit der Finanzkrise eine Tätigkeit, die wir in der Regel mit Vorsicht betrachten. Eine Geschäftstätigkeit zur Erzielung von Gewinnen aus Preis- und Kursschwankungen ist nicht gerade das, was man gemeinhin als wertschöpfend oder nachhaltig bezeichnet. Uninteressant ist Spekulation für uns deswegen noch lange nicht. Vielen unserer unternehmerischen Aktivitäten liegt ja gerade ein gewisser spekulativer, also gewinnbringender, Impuls zugrunde. Wir wissen nie, ob unser Einsatz zu einem Gewinn führen wird. Zuviele Unbekannte, zuviel Unsicherheit bzgl. des Verhaltens der Marktteilnehmer umgeben viele unserer unternehmerischen Entscheidungen. Neben detaillierter und ausdauernder Arbeit brauchen wir deshalb oft auch eine Menge GLÜCK um Erfolg zu haben.

Während Spekulation oft frei gewählt ist und als natürlich empfunden wird, wird Zusammenarbeit auf der anderen Seite nicht selten von außen vorgegeben. Jeder, der in einem Unternehmen arbeitet kennt diese Gruppen- und Arbeitssituationen. Sie sind nicht frei gewählt und sie verlaufen auch nicht immer positiv.

„Coworking” verspricht hier Abhilfe. Weg mit den schlechten Gefühlen, wenn es zu Zusammenarbeit und Gruppenarbeit kommt. Wie kann das funktionieren?

Viele, die sich bis vor kurzem noch in einem festen Arbeitsverhältnis oder einer größeren Firma gesehen haben, sehen sich jetzt, freiwillig oder nicht, einer neuen Lebenssituation gegenüber. Sie müssen als Unternehmer handeln und denken, und dies auch noch unter Bedingungen, in denen ihnen keine Infrastruktur zur Verfügung steht, die ihnen dies erleichtern würde. Keine IT-Abteilung die sich um den PC kümmert, keine Finanzabteilung, die sich um Buchführung und Finanzoptimierung sorgt… Wo sich treffen mit den Kunden…, schon wieder im Café?

Coworking, so wie wir es verstehen, greift nicht nur den unmittelbaren Bedarf eines Selbständigen nach einem modernen Arbeitsplatz, mit professionellem Backup (Infrastruktur und Services) auf, sondern adressiert ganz gezielt die Frage nach Zusammenarbeit. Coworking ohne Zusammenarbeit ist „blutleer” , frustrierend und teuer (finanziell, als auch emotional).

Wer also mit dem Gedanken spielt seine Arbeit in Zukunft in eine Coworking-Initiative oder Center zu verlegen, der sollte sich mit dem Begriff „Spekulation Zusammenarbeit” ernsthaft auseinander setzen.

  1. Zusammenarbeit kommt nicht von alleine.
  2. Zusammenarbeit braucht eine Infrastruktur.
  3. Zusammenarbeit braucht eine „Zusammenarbeits-Kultur”.
  4. Zusammenarbeit lebt vom Austausch unterschiedlichster Erfahrungen und Kompetenzen.
  5. Zusammenarbeit ist mehr als Mittel zum Zweck.

Unserer Erfahrung nach ist es daher von höchster Bedeutung diese fünf Punkte wie eine Checkliste zu benutzen, bevor man/frau sich für einen Coworking-Platz entscheidet.

  1. Wie wird in diesem Center konkret Zusammenarbeit gefördert?
  2. Befördert die existierende Infrastruktur die Zusammenarbeit oder behindert sie diese?
  3. Welche Werte, welche Kommunikationsformen werden dort gepflegt?
  4. Besteht vor Ort eine gute Mischung aus Experten, Machern, Kreativen und Herzmenschen?
  5. Was kann und möchte ich selber in die Gemeinschaft einbringen, damit diese „SPEKULATION” ein Erfolg wird?


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