CoWorking-Center mit partizipativer oder herkömmlicher Unternehmensform betreiben?

Veröffentlicht am 23. Juni 2009 von Alexander Greisle in Kategorie: CoWorking Basics, Konzeptionelles, CoWorking Kultur, Themenbeiträge | Trackback URL | Zur Diskussion

growth-1Der selfHub in Berlin funktioniert hervorragend als Genossenschaft, viele Nutzer sind so gleichzeitig Teilhaber und gestalten entsprechend mit. Die meisten anderen Spaces aus unserem CoWorking-Verzeichnis sind hingegen aus einer Initiative einer weniger entstanden und firmieren entsprechend als Kapital- oder Personengesellschaft.

Vorab: Man möge mir die kleine Unschärfe in der Formulierung nachsehen, natürlich ist auch eine eG als Gesellschaftsform eine altbewährte, aber eben im Vergleich keine so gebräuchliche. Und natürlich bedeutet die Fragestellung nicht, dass man ein partizipatives Modell nicht dienstleistungsorientiert oder dass man als Dienstleister seine Nutzern nicht einbinden kann. Im Gegenteil, das sind zwei Seiten der gleichen Münze.

Was sind die Vorteile der beiden Formen? Beim bereits erwähnten Treffen des Netzwerk Gemeinsinn in München hatten wir uns dazu einige Gedanken gemacht. Entsprechend der obigen Unterscheidung haben wir uns gefragt, …

…was spricht für partizipative Unternehmensformen:

  • zieht Zielgruppe stärker an
  • gemeinsame Arbeit an gemeinsamer Vision, gemeinsames Interesse
  • gemeinsame Kultur, Teilhaber passen zusammen
  • es ist einfacher, Sachressourcen und persönliche Leistungen einzubringen
  • Leichteres Finden von Sponsoren
  • Auch finanziell schwächere Nutzer können mitmachen

…was spricht für “traditionelle” Formen, also das Angebot als Kapital-/Personengesellschaft am Markt zu platzieren:

  • zuverlässiger und professioneller durch Verantwortung auf wenigen Schultern
  • bequemer für Nutzer, keine verantwortliche Involvierung
  • weniger verpflichtend
  • nicht so “esotherisch”

Trefflich kann man über all diese Punkte diskutieren, sie sind das Resultat einer (sehr) kurzen Diskussion. Zum Beispiel muss nicht zwingend jeder Nutzer Mitglied der Genossenschaft werden und klar, auch die Genossenschaft wird professionell arbeiten – im Falle des selfHub sehr gut zu sehen. Zum Beispiel kann man sehr wohl auch mit “traditioneller Unternehmensform” eine gemeinsame Kultur schaffen und die Belange der Nutzer berücksichtigen.

Trotzdem, ich finde diese Frage nach einer geeigneten Unternehmensform sehr spannend, da hier Formalismen und CoWorking-Kultur aufeinandertreffen. Vielleicht können wir in den Kommentaren diese Aspekte etwas intensivieren. Fällt euch der eine oder andere zusätzliche Aspekt ein? Oder ihr seit mit einzelnen der genannten Aspekte gar nicht einverstanden?



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