„CoWorking“ – Ein Name nur für Eingeweihte?

Veröffentlicht am 15. Juli 2009 von Alexander Greisle in Kategorie: CoWorking Basics, Konzeptionelles, Meinung, Themenbeiträge | Trackback URL | Zur Diskussion

Erst gestern habe ich wieder in kleiner Runde über CoWorking missioniert geredet. Zunächst: Große Augen, schon wieder so ein Begriff. Eine gewisse Skepsis war zu spüren. Natürlich lässt man sich von sowas nicht abhalten ;-). Ein gewisser missionarischer Eifer, viel Schwärmen und Erklären und es sprang doch so etwas wie ein Funke über.

Eine andere Beobachtung, die ich schon mit mehreren geplanten „CoWorking“-Initiativtreffen mit potenziellen Interessenten gemacht habe – live und aus Erzählungen – ist, dass die Teilnehmer spärlich sind: eine handvoll, maximal. Und die, die kamen waren oft bestens mit dem Begriff vertraut. Eigentlich seltsam, da der Menschenschlag der kleinen Unternehmerinnen und Unternehmer eher aktiv als abwartend ist. Deshalb würde man mit einer höheren Resonanz rechnen.

Nun ist CoWorking ja etwas, das grundsätzlich für alle Selbstständigen und Freiberufler interessant ist. Letztlich geht es darum, ein Modul anzubieten, mit dem jeder einzelne Nutzer sein Business besser voranbringen kann als ohne und das in einer guten Gemeinschaft. Eine tolle Chance, so einen Ort mitzugestalten, auch wenn man nicht gleich in die Leader- und/oder Investorenrolle schlüpfen mag.

Das Gegenargument dazu: Wenn die Leute wirklich Bedarf nach CoWorking hätten, dann würden sie ja kommen. Auf den ersten Blick sticht das Argument, auf den zweiten nicht. Denn jedes Mal wenn ich nutzenorientiert die Vorteile erkläre, dann sind viele sofort Feuer und Flamme und würden lieber heute als morgen einziehen (ob sie das dann tatsächlich tun würden wenn es an den Geldbeutel geht, das ist eine andere Frage, erfolgreiche Beispiele zeigen, dass es so ist).

Es ist halt eine Frage der Verpackung. Mir gefällt der Begriff CoWorking recht gut, die CoWorking News werden auch weiter so heißen. Wobei ich aber glaube, dass CoWorking nicht den gesamten Spirit ausdrückt. Deshalb und aufgrund der beschriebenen Beobachtungen stelle ich mir gerade die Frage, ob der Begriff CoWorking – im deutschen Sprachraum? – wirklich der Wurm ist, der dem Fisch schmeckt.

Was wäre denn ein guter, selbsterklärender – alternativer oder ergänzender – Ausdruck für CoWorking?



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2 Kommentare
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  1. Vielleicht lässt sich aus folgenden Stichwortanregungen ein neuer Begriff für Coworking bilden:
    Basisbüro,
    Teambüro,
    Brainstorm-Durchreiche-Büro,
    Bürorotation (analog zu Jobrotation),
    Wissenraumteiler-Sprengung,
    firmenübergreifender Arbeitsraum,
    Gedankenaustauschhaltestelle,
    Diskussionsabteil-Mietvertrag

  2. Hallo Alexander,

    vielleicht erinnerst du dich noch, wir hatten vor einigen Wochen telefonischen Kontakt, ich schreibe meine Diplomarbeit zum Thema „Coworking“. Dafür war ich auch in Berlin, der deutschen „Wiege“ des Coworking und habe einige Interviews mit Coworkern geführt. Auch bei denen konnte man eine gewisse Skepsis gegenüber dem Begriff „Coworking“ vernehmen. Alternativen habe ich leider momentan keine für dich, ich glaube auch, dass der Begriff gar nicht so schlecht gewählt ist.

    Ich finde allerdings, dasser bei weitem nicht alles das fasst, was in solchen Coworking-Spaces passiert. Ich habe ganz viel gehört wie, hier fühle ich mich wohl, hier bin ich unter Menschen und schaffe auch noch was, daheim hab ich alles andere gemacht, nur nicht meine Arbeit, hier kann ich mal spinnen und mit Ideen jonglieren, und es hört mir einer zu und lässt sich vielleicht mit anstecken, hier kann ich andere Leute unterstützen…

    Ich denke, dass Coworking ein ganz menschliches Bedürfnis nach „Co“ befriedigt und da kommt das „Working“ manchmal eben erst ein Stück weiter hinten… :)

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