CoWorking ist das Web 2.0 der Büroarbeit

Veröffentlicht am 9. Juli 2009 von Alexander Greisle in Kategorie: Arbeitsplatz, Ausstattung, Bürogestaltung, CoWorking Kultur, Meinung | Trackback URL | Zur Diskussion

Ist ein #Coworking Space zu gut deutsch ein “Schreibtischmiethaus” ? Und warum klingt das so negativ?

Das fragte sich Nico Krause, der hier auf den News schon den sehr lesenswerten Beitrag zu Lesecafés als Gastautor veröffentlicht hat, kürzlich mit ironischem Unterton auf Twitter. Meine Antwort darauf: Es klingt negativ, weil ein Schreibtischmiethaus das Synonym für “Office Center” ist und das nur wenig mit CoWorking zu tun hat.

Gerade um das Mieten von Schreibtischen geht es beim _Co_Working nicht primär. Natürlich ist das auch ein wichtiger Aspekt, der schon einige Probleme löst: Ein guter Platz zum Arbeiten, möglichst preisgünstig und kombiniert mit dem Teilen von Ressourcen, die ein Einzelner sich nicht leisten kann oder mag. Das kann man aber auch woanders haben: kleine Bürogemeinschaften, Business Center, Home Office etc. Das alleine wäre für CoWorking zu kurz gesprungen.

Es geht vielmehr um das Zusammenarbeiten, die Gemeinsamkeit, das Zusammenstehen beim Kaffee, gegenseitige Hilfestellungen, gemeinsame Projekte, die man alleine nicht stemmen könnte und die nur durch die neue Offenheit entstehen. Es geht um hochwertige Vernetzung. Es geht um eine ordentliche Portion Web 2.0 in der nicht-virtuellen Welt, mit enger Schnittstelle in eben diese – sowohl im Verständnis des Miteinanders als auch in der Verzahnung der Tools.

Damit ist klar: Ein CoWorking-Center muß mehr bieten als nur Schreibtische zur Miete. Ein Schreibtisch als Arbeitsplatz ist das Web 1.0 der Bürowelt.

Interessant wird CoWorking durch Interaktion, Gespräche und Diskussionen. So entsteht Neues und der Mehrwert, der über den “trockenen, warmen Arbeitsplatz mit Internetanbindung” hinausgeht. Ein zählbarer Mehrwert, der sich in der positiven Entwicklung des eigenen kleinen Unternehmens beweist.

Wie die kommunikations- und vernetzungsorientierten Werkzeuge des Web 2.0 müssen CoWorking-Angebote genau die dafür notwendigen Elemente anbieten. Das sind sowohl darauf spezialisierte Raummodule und Möbel – analog zu Blog-, Twitter- und Communitytools – als auch gute Betreiber- und Organisationsmodelle – wie z. B. Blog-Karnevals, Hashtags oder für das gemeinsam Entstehende auch Creative Commons.

Passt dazu ein Schreibtisch zur Miete als Arbeitsplatz? Klare Antwort: Nein. Es braucht eine Vielfalt von Arbeitsmöglichkeiten 2.0 statt Arbeitsplätze 1.0. Eine Art von Schreibtisch ist nur eine davon und sicher nicht die wichtigste.



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