CoWorking Orte – Gewinner oder Verlierer in der Krise?

Veröffentlicht am 30. Juli 2009 von Florian Rustler in Kategorie: CoWorking Basics, Konzeptionelles, Entrepreneurship, kleine Unternehmen, Feuilleton, Fun, Satire, Meinung | Trackback URL | Zur Diskussion

Vor zwei Tagen habe ich mich mit einem Bekannten über die Pläne von Alexander Greisle, Felix Schürholz und mir unterhalten, einen CoWorking Ort in München zu schaffen.
Das Konzept klinge sehr interessant und mein Gegenüber, der ebenfalls Freiberufler ist, würde dieses auch nutzen, da es für ihn unbefriedigend ist, die meiste Zeit alleine zu Hause zu arbeiten. Ob wir denn auch gut überlegt hätten, wie wir unsere Einnahmen sicherstellen, falls wieder einmal eine Krise wie die jetzige kommt oder die bestehende Flaute weiter anhält?

Alexander hat in seinem jüngsten Artikel ja einmal beschrieben welche betriebswirtschaftlichen Aspekte beim Betreiben eines CoWorking Ortes eine Rolle spielen.

Ich habe kein Zahlenmaterial der in Deutschland bestehenden CoWorking Center und kann nicht mit Sicherheit sagen, wie die Krise sich auf das Nutzerverhalten auswirkt.

Widersprüchliche Fakten
Laut der WELT trifft es die Freiberufler besonders hat in der momentanen Krise und die Anzahl der Insolvenzen von Selbständigen ist so hoch wie schon seit Langem nicht mehr. Der Artikel geht auch darauf ein, dass viele der Insolventen meist nur von einem oder zwei Kunden abhängig sind, bei dem sie vor Ort arbeiten. Aus meiner Sicht, werden Freiberufler, die fast ausschließlich beim Kunden vor Ort arbeiten und dort Festangestellte ersetzen sowieso nicht die typischen Nutzer eines CoWorking Ortes sein.

Ein Artikel aus der Wirtschaftswoche von Ende März zeichnet ein anderes Bild. Aus einer zitierten Umfrage von Gründungszuschuss.de gehe hervor, dass der Großteil der Selbständigen ihre Lage mit  großer Zuversicht beurteilen.

CoWorking als erster Sparblock?
Wenn die Einnahmen weniger werden, ist natürlich bei eine der ersten Überlegungen, größere Kostenblöcke zu streichen. Für Einzelkämpfer könnten dies durchaus die monatlichen Kosten für einen CoWorking Platz sein.

Andererseits bietet das CoWorking eine Reihe von Vorteilen, die besonders in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten interessant sein könnten:

  • sie fördern die Möglichkeit von Kooperation und gemeinsamen Projekten der Nutzer und damit von neuen Einnahmen
  • sie bieten Austausch und Beratung mit anderen Nutzern
  • sie sind meist so flexibel nutzbar, dass man bei Bedarf die Anzahl der genutzten Stunden reduzieren kann, ohne ganz auf CoWorking zu verzichten

Zu guter Letzt habe ich den Eindruck, dass es in Deutschland nach wie vor nur sehr wenige CoWorking Orte gibt und es besonderes in größeren Städten genug Freiberufler geben sollte, für die das Konzept interessant ist, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Vorausgesetzt, wie Alexander auch in seinem Artikel schreibt, dass der CoWorking Ort Mehrwert für den Nutzer bietet und mehr ist als nur ein trockener Platz mit WLAN und Kaffee.



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