Interview mit Jutta Goldammer von der Akademie für Visionautik

Veröffentlicht am 13. Juli 2009 von Florian Rustler in Kategorie: Entrepreneurship, kleine Unternehmen, Interviews, Praxisberichte, Beispiele, Best-Practice | Trackback URL | Zur Diskussion

jutta-goldammerDu bist Nutzerin des selfHUB Berlin, einem CoWorking Ort, der auf Social Entrepreneurs fokussiert ist. Was macht dein Unternehmen Akademie für Visionautik?
Wir unterstützen Menschen dabei, mutig und visionär zu denken, fantasievoll zu entwerfen und konsequent und professionell  umzusetzen, damit es ihnen gelingt, zukunftsweisende Vorhaben ins Leben zu bringen.
Der Kern unserer Aktivitäten sind die internationale Sommerakademie für Visionautik, die Ende August/Anfang September stattfindet und ein zweijähriger Aufbaustudiengang zum Visionauten/zur Visionautin, der jedoch, wie der Name schon sagt, noch im Aufbau ist ;-)

Wie lautet die Vision der Akademie für Visionautik?
Die Vision der Visionauten ist eine Kultur, in der Menschen aufblühen können,

  • die voller Gestaltungslust und Schaffensfreude sind,
  • die sich den aktuellen Problemen bewusst sind, aber sich davon nicht einzuschüchtern und entmutigen zu lassen. Im Gegenteil, die sie als Ansporn für ein beständiges Ringen und Suchen nach neuen Lösungen begreifen.
  • die dem nachgehen, was ihnen wirklich, wirklich wichtig ist.
  • und die spielerisch, experimentell und lustvoll ihre Begabungen für das Gemeinwohl einbringen, weil es ihnen ein innerstes Bedürfnis ist.

Und dass es viele, viele, viele Menschen gibt, die fantasievoll Zukunftsweisendes entwerfen und mutig und konsequent umsetzen.

Zurück zu CoWorking: Was bietet dir ein CoWorking Ort wie der selfHUB, was dir ein Büro zur Untermiete nicht bieten könnte?
An erster Stelle steht die Begegnung mit Menschen, die zwar z.T. aus anderen Branchen und Kontexten kommen, mit denen sich aber erstaunlich viele Berührungspunkte ergeben. Ganz nebenbei habe ich die Möglichkeit, über meinen Tellerrand zu schauen, mein eigenes Projekt aus  einer anderen Perspektive zu sehen oder Inspiration für das Problem zu finden, an dem ich brüte: beim HUBFrühstück, beim Salatschnippeln in der Küche, der Suche nach Flipchartmarkern, einem Vortrag oder einer Party…

Und dann natürlich das gegenseitige Vorstellen und Kontakte vermitteln … schon gleich bei unserem allerersten Gespräch mit Wiebke Koch, der Initiatorin des HUBs Berlin, gingen wir mit einer Liste von Menschen nach Hause, die wir unbedingt kennenlernen sollten + Büchertipps und einem geliehenen Buch. Ich habe mich von Anfang an dort beschenkt gefühlt, das würde einem als Untermieter eines Büros nicht passieren.

Was ist das Besondere am HUB-Konzept im Vergleich zu anderen CoWorking Orten, die nicht auf Social Entrepreneurs spezialisiert sind?
Ich kenne keine anderen Coworkingspaces von innen, so dass ich die Frage nur vermutend beantworten kann. Ich könnte mir vorstellen, dass der Zusammenhalt und die Verbundenheit stärker ist, weil es eine zwar unscharfe, aber doch in eine gemeinsame Richtung abzielende Wertorientierung als Verständigungsbasis gibt: Wir arbeiten bei aller Unterschiedlichkeit doch irgendwie an der gleichen Sache. Und das verbindet.

Ebenfalls glaube ich, dass das Thema Konkurrenz eine geringere Rolle spielt. Ich vermute, dass man bei einem “normalen” Coworkingspace aktiv auf eine gute Zusammensetzung der Branchen achten muss, damit keine störenden Konkurrenzen entstehen. Bei Social Entrepreneurs ist das ganz einfach. Je mehr Leute sich ums Weltverbessern kümmern, desto besser!

Welchen Service als Nutzer eines CoWorking Ortes würdest du dir noch wünschen?
Ich fände es toll, wenn der HUB auch attraktiv würde für Menschen, die nicht im Dienstleistungssektor arbeiten. Das würde die Bandbreite an Synergien nochmal erweitern.



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