Rückhalt Coworking: Wenn Selbständigkeit “nicht ganz” freiwillig ist

Veröffentlicht am 10. Juli 2009 von Felix Schürholz in Kategorie: CoWorking Kultur, Fundsachen, Gesellschaftliches, New Work, New Life, Meinung, Videos | Trackback URL | Zur Diskussion

Machen wir uns nichts vor, nicht jeder Selbständige ist aus “100%-igem” Eigenantrieb selbständig geworden. Wer gelockt wurde durch eine “große” Abfindung kann sich vielleicht noch zu den “Glücklicheren”  schätzen, doch nicht alle sind so “weich gefallen”.  Bei vielen war einfach Schluss und das nicht selten auch noch ziemlich plötzlich. Was nun?

In einem schrumpfenden Arbeitsmarkt in einer Rezession, wartet halt in der Regel nicht ein neuer, gleichwertiger, geschweige denn besserer Job. Kleinere Brötchen backen und warten, bis es wieder aufwärts geht…

An diesem Punkt sagen viele “Nicht-ganz-freiwillig-Selbständige” (die “NGFS”, ich befürchte, die Abkürzung wird sich nicht durchsetzen ;-)): warum warten auf einen Job, hinter dem man ohnehin nur bedingt steht. Wenn man dann einmal zusammenrechnet, dass, konservativ gerechnet, die Wirtschaft um mindestens 5% schrumpft und das 50% aller Entlassenen nicht zu den “glücklichen” 17% gehören, die voll hinter ihrer Arbeit stehen, dann kommt man bei ca. 20 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland auf ca. 500.000 potentielle “NGFS”. Nicht jeder dieser 500.000 wird gleich selbständig – und das ist auch meiner Meinung nach gut so, denn “geringe Motivation” ist nicht die beste Voraussetzung, um etwas Neues zu beginnen.

Erfolgreiche Selbständigkeit benötigt, neben der hohen Eigenmotivation, aber zunächst auch ein hohes Selbstwertgefühl und sehr gute soziale Kontakte. Wem schon einmal gekündigt wurde, der weiß, dass eine Kündigung nicht als “Ritterschlag” oder “Ehre” empfunden wird (siehe auch Video unten). Soziale Kontakte zu den ehemaligen Kollegen werden schnell weniger und gemeinsame Interessen müssen schnell identifiziert werden, wenn Kontakte überhaupt eine Chance haben sollen erhalten zu werden.

Coworking bietet hier ein neues, wichtiges soziales Umfeld. Neben dem Austausch und der Notwendigkeit verlorene, soziale Kontakte neu zuknüpfen bietet Coworking inhaltlich und fachlich einen ganz wichtigen Rückhalt.

War man im Unternehmen eingebunden in organisierte und verbundene Strukturen, muss man sich dies als Selbständiger alles, erst einmal selbst erschaffen. Neben dem organisatorischen Talent sind hier plötzlich fachliche Kompetenzen gefragt, die man in seinem bisherigen Berufsleben nur wenig oder gar nicht entwickeln konnte. Wer ist schon gleichzeitig “1A” sowohl in seinem eigenem Fachgebiet, als auch in den Gebieten Vertrieb & Marketing, Entwicklung, Produktion, Finanzen, Steuer & Recht etc.

Hier gilt es, sich richtig einzuschätzen und sich Hilfe zu holen, wenn man etwas braucht bzw. etwas entwickeln möchte. Es geht nun mal nicht alles alleine! Coworking hilft, Kontakte zu anderen Spezialisten herzustellen, aber auch durch den Austausch mit den anderen zu sehen, was man schlechter oder besser machen kann.

Eine Krise als Chance zu nutzen, dabei kann Coworking und “sich auszutauschen” sehr viel beitragen und dass dies auch mit viel Humor, Spass und gemeinsamer Initiative geschehen kann, das zeigen uns hier die Amerikaner.



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