The rise of the creative class – warum es wichtig ist, wo wir arbeiten

Veröffentlicht am 17. August 2009 von Florian Rustler in Kategorie: Artikelformate, Studien und Trends | Trackback URL | Zur Diskussion

Der amerikanische Soziologe Richard Florida hat in 2006 ein viel beachtetes Buch über die kreative Klasse veröffentlicht.
Seine These lautet, dass sich entwickelte Länder heute in der Phase der sogenannten Kreativ-ökonomie befinden oder in diese kommen, in der Kreativität einen wichtigen und immer größer werdenden Anteil der ökonomischen Ressourcen darstellt. Die Leistungsfähigkeit eines Wirtschaftsraumes hängt nach Florida in zunehmendem Maße davon ab, wie es ihm gelingt, kreative Köpfe anzulocken. Dabei spielen nicht Länder eine Rolle sondern eher Regionen oder Städte.
Er zeichnet damit einen Gegenentwurf zu “The world es flat”, indem er behauptet, dass besonders heute im Zeitalter des Internets und der örtlichen Unabhängigkeit gerade Orte und bestimmte kreative Zentren eine entscheidende Rolle spielen. Nach Florida ist es nicht egal, wo auf der Welt man sich befindet, die moderne Kommunikation und das scheinbare Kleinerwerden der Welt sind nicht genug. Kreative Köpfe ziehen dort hin, wo sie dass für sie beste Umfeld finden und andere Kreative treffen. Beispiele für solche Zentren sind das Silicon Valley, London, Paris und Tokyo.

Die kreative Klasse
Den Begriff der Kreativität fasst Florida dabei ziemlich breit. Für ihn zählen alle Kopfarbeiter zu dieser Klasse, innerhalb derer es noch einmal einen Kern der wirklich kreativen Vordenker und Innovatoren gibt.
Entscheidend für die Anziehungskraft von Orten sind die drei Ts: Technologie, Talent und Toleranz.
Ohne das Vorhandensein von Hochtechnologie ist heute im ökonomischen Sinne nur wenig Wachstum und Entwicklungspotenzial möglich. In empirischen Studien versucht Florida zu verdeutlichen, dass sich alle wirtschaftlich starken Regionen durch eine hohe Konzentration von Hoch-Technologie auszeichnen. Talentierte Menschen und ein tolerantes Umfeld alleine schaffen zwar möglicherweise viel kreatives Potenzial, dass sich allerdings nicht in wirtschaftliche Stärke umsetzen lässt, wie Florida auch am Beispiel Berlin erklärt.
Begabte Menschen – Talent – sind ein weiterer Faktor, der es erst ermöglicht, Technologie auch zu nutzen und weitere Innovationen anzukurbeln. Talentierte Menschen werden sich bewusst einen Ort suchen, an dem sie ihr Potenzial ausleben und entwickeln können.
Am ausführlichsten geht Florida auf die Toleranz ein, die er empirisch mit einem Gay-Index einem Melting-Pot-Index und einem Bohemian-Index nachweist. Diese drei Indices sind ein Anhaltspunkt wie tolerant ein Ort ist. Von diesem toleranten Umfeld wird die kreative Klasse angezogen.
Floridas These lautet, dass Orte wieder mehr den je an Bedeutung gewinnen und sich die kreative Klasse den Ort aussucht, an dem sie leben möchte, der ein stimulierendes Umfeld bietet. Die Menschen reisen also nicht dem Job hinterher, sonder umgekehrt, sie wählen den Ort und suchen sich dann einen Job.
Diese kreativen Zentren, die mit allen drei Ts gesegnet sind entwickeln dann eine Sogwirkung auf andere und locken weitere Kreative an.

CoWorking als Zentrum im Zentrum
Die Entwicklung des CoWorking fügt sich dabei gut in diese von Florida beschriebenen Entwicklungen ein. CoWorking Orte dienen dabei als Zentrum innerhalb der Kreativzentren, an denen sich Einzelpersonen treffen, um gemeinsamen und doch oft jeder für sich zu arbeiten.



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