CoWorking und das bedingungslose Grundeinkommen

Veröffentlicht am 21. September 2009 von Florian Rustler in Kategorie: Fundsachen | Trackback URL | Zur Diskussion

Während CoWorking ein aus den USA stammender Trend ist, wird die Diskussion über ein bedingungsloses Grundeinkommen vorwiegend in deutschsprachigen Ländern geführt.

Kurz gesagt setzen sich Befürworter des Grundeinkommens dafür ein, jedem Bürger ein monatliches Grundeinkommen zur Verfügung zustellen, welches – damit es dem Namen gerecht wird – ein grundlegendes Leben mit kultureller Teilnahme ermöglichen soll. Im Gegensatz zu den im Moment existierenden Alimentationsleistungen unseres Sozialstaates, ist dieses Grundeinkommen an keinerlei Bedingungen, wie z.B. eine Bedürftigkeitsprüfung geknüpft, sondern es würde jedem Bürger, wie ein Menschenrecht, zugestanden.
Einer der prominentesten Vertreter ist der dm-Gründer Götz Werner, der sich seit 2005 mit seiner Initiative dafür stark macht. Wer einen ersten, leicht verständlichen Einblick in die Argumentation des Grundeinkommens bekommen möchte, dem empfehle ich den Film Grundeinkommen von Daniel Häni und Enno Schmidt, den man kostenlos herunter laden kann.

Grundeinkommen als CoWorking-Turbo

Die gesellschaftlichen Konsequenzen der Einführung eines Grundeinkommens, das dem Namen gerecht wird, wären dramatisch (im positiven Sinne). Menschen wären nicht mehr gezwungen, irgendeinen Job anzunehmen oder auszuüben, nur um das Geld für die grundlegenden Dinge im Leben (wie Miete und Nahrung) zu verdienen. Statt dessen würde das Grundeinkommen es jedem ermöglichen, einer Tätigkeit nachzugehen, die er / sie für wichtig und sinnvoll hält, von der er jetzt aus finanziellen Gründen möglicherweise abgehalten wird. Damit wären auch die Konsequenzen für die heutige Arbeitswelt erheblich. Dadurch, dass es keine finanzielle Abhängigkeit mehr zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern geben würde, könnten viele Menschen eine Tätigkeit als Angestellter reduzieren oder ganz aufgeben. Es zeichnet sich ja bereits heute ab, dass wir den historischen Sonderfall einer Gesellschaft mit annähernd Vollbeschäftigung bereits wieder verlassen, allerdings im momentanen System noch mit negativen Konsequenzen für die Leute, die ihren „Einkommensplatz“ verlieren.
Es wäre den Menschen möglich sich in Initiativen zu engagieren oder freiberuflich einer gewünschten Tätigkeit nachzugehen. Ich denke, dass die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens, die Anzahl an Freiberuflern und Gründern Unternehmen (for-profit und non-profit) sehr stark ansteigen lassen würde. In dieser veränderten Arbeitswelt gäbe es auch eine viel höhere Nachfrage nach Zentren, in denen sich die Freiberufler treffen, austauschen und gemeinsam Projekte verwirklichen. Damit wäre das Grundeinkommen ein Turbo für die Entstehung neuer CoWorking Orte.



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