Das Video der IndyHall aus Philadelphia zeigt es sehr gut. Beim Coworking geht es neben WLAN, Besprechungsräumen und Ticketkategorien ganz zentral um Community und vernetztes Arbeiten.
Die Betreiber sagen es ganz deutlich auf ihrer Webseite, es geht nicht so sehr um die Tische, sondern darum, was man/frau an den Tischen bewegen kann, wenn die Kernwerte Zusammenarbeit, Offenheit, Gemeinschaft, einfacher Zugang für alle (physisch, finanziell), Vielfalt und Nachhaltigkeit gelebt werden.
CoWorking-Orte sind kommunikative Orte und das ist gut so. Allerdings ergibt sich daraus auch ein Problem: Lärm. Studien zeigen, dass Lärm in offenen Büroumgebungen noch vor schlechtem Klima und schlechtem Licht der Belastungsfaktor Nr. 1 ist.
Dabei spielen zwei Faktoren eine Rolle: Der allgemeine Schall- bzw. Lärmpegel im Raum und die direkte akustische “Belästigung” durch Gespräche und Telefonate. Letztere stören nach Erkenntnissen der Psychologen Markus Meis und Karin Klink, die ausgewählte Akustikstudien der letzten 20 Jahre ausgewertet haben, noch mehr.
Für viele Selbständige waren Konferenzen und Messen bisher die wichtigsten Orte, um sich und ihre Arbeit in der Öffentlichkeit zu zeigen. Coworking bietet jetzt eine wichtige Erweiterung und Ergänzung zu diesen Formen der Präsentation. Viele Café-Wissens-Arbeiter waren sich dessen vielleicht nicht bewusst, aber das Arbeiten im Café stellt auch eine Form des “kleinen Messeauftritts” dar. Potentiell könnte sich hier jedes aufgeklappte Laptop schnell in einen kleinen Messestand verwandeln, wenn das Umfeld dazu geeignet wäre. Doch Cafés bieten in der Regel nicht den passenden Rahmen, um Professionalität und Nachhaltigkeit von Anbieter und Angebot zu unterstreichen.
Dennoch gilt bei uns in der Regel: Ein Deutscher, der behauptet, Unternehmertum sei endlich “cool” geworden, wird unter dem begründeten Verdacht stehen, Wahlwerbung für die Jungen Liberalen zu machen – und das noch eher ungeschickt. (Markus Albers)