LÄRM

Veröffentlicht am 25. Februar 2010 von Alexander Greisle in Kategorie: Arbeitsplatz, Ausstattung, Bürogestaltung, Themenbeiträge | Trackback URL | Zur Diskussion

CoWorking-Orte sind kommunikative Orte und das ist gut so. Allerdings ergibt sich daraus auch ein Problem: Lärm. Studien zeigen, dass Lärm in offenen Büroumgebungen noch vor schlechtem Klima und schlechtem Licht der Belastungsfaktor Nr. 1 ist.

Dabei spielen zwei Faktoren eine Rolle: Der allgemeine Schall- bzw. Lärmpegel im Raum und die direkte akustische “Belästigung” durch Gespräche und Telefonate. Letztere stören nach Erkenntnissen der Psychologen Markus Meis und Karin Klink, die ausgewählte Akustikstudien der letzten 20 Jahre ausgewertet haben, noch mehr.

463714_buliderDass durch die Ablenkungen die Leistungen negativ beeinflußt werden, das ist nicht weiter verwunderlich. Untersuchungen zur Auswirkung von Unterbrechnungen zeigen das schon lange. Hinzu kommen physiologische Reaktionen, z.B. durch Ausschüttung von Adrenalin oder durch unergonomische Sitz- und Arbeitshaltungen, die unbewußt als Abwehrmaßnahme angenommen werden. Und letztlich wird – für einen zwanglosen CoWorking-Ort noch mehr als für ein Firmenbüro – auch das Kriterium der Attraktivität des Büros eine Rolle spielen.

Was kann man nun tun, um mit diesem Thema proaktiv umzugehen? Als erstes – und kostengünstigstes – wird einem vermutlich das angepaßte Verhalten der Nutzer einfallen. Und tatsächlich zeigen Erfahrungen, dass hier ein gewisser sozialer Gruppendruck hilfreich ist. Das beginnt beim leisen Reden, bei Rücksichtnahme und Good-Will.

Besser hat der CoWorking-Ort bereits bei der professionellen Planung und Ausstattung diesen Aspekt berücksichtigt:

  • Das beginnt beim Raumlayout, das gezielt kommunikative und ruhige Zonen anbietet und diese entsprechend abschottet bzw. ausweist.
  • Nächster zentraler Punkt ist das Vermeiden von schallharten Flächen um das ungehinderte Weitertragen und Reflexionen von Schall zu verhindern. Typische schallharte Flächen sind Betonwände, Decken und (leider moderne) Holz-, Laminat- oder Betonfußböden. Diese gilt es zu vermeiden, z.B. durch schallschluckende Stoffsegel an Wänden und Decken, durch Bilder, Pflanzen oder spezielle Akustikelemente.
  • Durch strukturierende, gezielt eingesetzte Elemente wie Möbel, Stellwände, Pflanzen, Regale etc. kann das Ausbreiten des Schalls weiter reduzieren. Natürlich sollten diese, siehe vorheriger Punkt, nicht schallhart sein. Es bewährt sich in der Praxis auch, einige dieser Elemente mobil zu halten, z.B. Stell-/Pinwände mit Stoff und Schaumstoff. So können sich spontan zusammenkommende Gruppen etwas abschotten und die Nerven der anderen schonen. Übrigens, damit das mit den Stellwänden (und allen anderen Elementen) funktioniert, dürfen diese natürlich nicht mit Papier vollgehängt sein – sonst ist die Oberfläche ja wieder schallhart.
  • Kostenlose Bereitstellung von personalisierten iPods für alle Nutzer.

Ein Geheimtipp sind Schaumstoffmatten aus dem Baumarkt, die möglichst vollflächig an die Unterseite der Schreibtische geklebt werden. Das vermindert Reflexionen und ist eine schnelle, preiswerte Sofortmaßnahme. Eine gute Planung ersetzen Schaumstoffmatten allerdings nicht.



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