Studie zur Notwendigkeit von Büros

Veröffentlicht am 3. März 2010 von Alexander Greisle in Kategorie: Arbeitsplatz, Ausstattung, Bürogestaltung, Gesellschaftliches, New Work, New Life, Studien und Trends | Trackback URL | Zur Diskussion

Wozu brauchen wir eigentlich noch Büros? Zu dieser Frage möchte ich nochmal eine Studie hervorkramen, die ich schon im Dezember bei mir im Blog besprochen hatte. Ich denke, man kann aus ihr einige Anregungen für CoWorking-Orte ableiten.

Zwar sind die 350 Unternehmen, die der amerikanische TK-Anbieter RingCentral dazu befragt hat traditionelle Unternehmen, doch nähert sich deren Nutzungscharakteristik von Büros durchaus dem CoWorking an:

Nur noch 15 % der Befragten arbeiten ausschließlich im Büro. Alle anderen arbeiten zumindest teilweise an unterschiedlichen Orten, knapp 40 % haben sogar nur noch ein virtuelles Büro. Deutlich über die Hälfte der Beschäftigten arbeiten mehr als die 50 % ihrer Zeit nicht im Büro. Geht es um die Arbeitsorte für neue Beschäftigte, dann planen nur noch 12 %, dass diese vor Ort im Büro arbeiten. 22 % der neuen Beschäftigten sollen Zuhause arbeiten, für 57 % wird ein rein virtuelles Büro bereitstehen. Charts und weitere Auswertungen gibts hier (pdf).

OK, 1:1 übertragbar sind die Ergebnisse wohl nicht. Zum einen wurden die befragten Unternehmen nicht empirisch ausgewählt, zum anderen handelt es sich nicht um reines CoWorking. Obwohl, irgendwie ja schon. RingCentral, Verfasser der Studie, ist ein Anbieter eines “cloud-based phone system” (auch nicht uninteressant). Entsprechend sind die Ergebnisse zu interpretieren. Mein Eindruck ist aber, dass die Ergebnistendenz durchaus stimmig ist.

Was bedeutet das nun? Zum einen spielt die technischen Ausstattung für die zunehmend virtuelle Kommunikation eine wichtige Rolle. Diese findet dann eben auch im CoWorking-Ort statt, er muß das leisten können. Zum anderen müssen sich Büros verändern.

Schreibtische für die mehr oder weniger konzentrierte Einzelarbeit verlieren in diesem Szenario an Bedeutung. Bisher der Schwerpunkt, werden Schreibtische zukünftig immer mehr zu einem Addon in Bürolandschaften werden.

Verstärkt werden wir unterschiedliche Räume für verschiedene Kommunikationsanlässe und -ziele benötigen. Das schließt natürlich die Teilnahme der unterwegs oder außerhalb arbeitenden CoWorker sowie Kunden und Partner ein. Beispiel: Für ein Brainstorming ist ein anderes räumliches Setting und sind andere Werkzeuge hilfreich als für ein formelles Gespräch wie eine Vertragsverhandlung.

Ein dritter Aspekt ist die Rolle der Räumlichkeiten für die Identifikation der Nutzer mit der Einrichtung und den dort arbeitenden Menschen. Man muß gerne kommen. Dabei spielen die Gestaltung und die Community eine Rolle – je nach Mensch in unterschiedlichen Gewichtungen.



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