Coworking – Eine makroökonomische Sicht

Veröffentlicht am 2. Juli 2010 von Felix Schürholz in Kategorie: CoWorking Basics, Konzeptionelles, Entrepreneurship, kleine Unternehmen, Feuilleton, Fun, Satire, Gesellschaftliches, New Work, New Life, Meinung, Studien und Trends | Trackback URL | Zur Diskussion

Zusammenarbeit (sprich Coworking) als Wirtschaftsmodell in einer Kultur, die von Wettbewerb geprägt ist, geht das? Natürlich, solange die Teilnehmer die Kernwerte von partnerschaftlichem Austausch und gegenseitigem Respekt in Form einer stabilen Coexistenz  praktizieren.

Für wen dies auf der Hand liegt, der braucht nicht weiter zu lesen, für alle anderen eine Erläuterung. Wir befinden uns meiner Einschätzung nach, nach der industriellen Revolution und der digitalen Revolution, im Zeitalter der “kommunikativen Revolution”. Aus Wissensarbeitern der digitalen Revolution, werden langsam Coworker der kommunikativen (lies: miteinander teilenden, sich mitteilenden) Revolution. Die Coworker der kommunikativen Revolution emanzipieren sich von der prädominanten Nutzung digitaler Medien, virtueller Welten und digitalem Denken hin zu einer ganzheitlichen, nachhaltigen Welt der Coexistenz.

Coexistenz (ebenso wie Kommunikation) heißt teilen und sich mitteilen. Das Schöne “in und an” diesem Prozess ist das Wissen um die Tatsache, dass das Zuteilende weder beschränkt, limitiert noch starr ist.  Wer im Teilen einen Verlust oder eine Einschränkung sieht, verliert den Blick für das Ganze. Nur im Ganzen oder in der Coexistenz gibt es wahre Gewinner.

Coexistenz als Beschreibung für das “Wirtschaftsmodell Coworking” ist auch Ausdruck für Vielfalt, Flexibilität, Veränderung und Vernetzung. In dem Maße indem ich Wissen, Kompetenzen, Güter sowie Dienstleistungen hervorbringe, also nach Marktsicht ein Angebot schaffe, steigt nicht nur die Wahrscheinlichkeit einer Nachfrage, sondern stärke ich automatisch auch alle anderen Anbieter in diesem Verbund der Coexistenz.

Die kommunikative Leistung oder Revolution im Sinne dieser Erläuterung setzt schließlich dort ein, wo Person, Persönlichkeit und Angebot in hervorragender und stimmiger Weise zusammenkommen. Mehr philosophisch, als ökonomisch ausgedrückt, könnte man auch sagen: Lebensunternehmung geglückt! Doch dieses Glück muss auch erarbeitet werden, durch ständige Kommunikation, also offenes Zuhören und wertschätzendes Mitteilen.

Wie und wo findet diese kommunikative Revolution statt: Im Coworking Space, im Austausch mit anderen Coworkern, in einer Wirtschaft und Kultur der Coexistenz.

Zur Vertiefung des Gedankens von Coexistenz und Teilen empfehle ich folgenden Artikel: Die vier Grade des Teilens



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