Coworking Diaspora: Bahnhofscafé schlägt Internetcafés

Veröffentlicht am 23. November 2010 von Felix Schürholz in Kategorie: CoWorking Klatsch & Tratsch, CoWorking Kultur, Meinung, Praxisberichte, Beispiele, Best-Practice, Studien und Trends | Trackback URL | Zur Diskussion

Ein Selbstversuch: Viele mobile Arbeiter kennen das Problem. Unterwegs in einer Kleinstadt zwischen Terminen. Zwei bis drei Stunden Zeit, kein Surfstick zur Hand. Am Morgen geschaut (noch mit Internetanschluss) wo es in dieser Kleinstadt “irgendwo in Deutschland” ein Internetcafé gibt. Zwei gefunden. Nach dem ersten Termin. Rechner eingepackt und los.  Nummer “Eins” hat zwar noch ein Schild mit Internetcafé drauf, verkauft jetzt aber Kaffeemaschinen. Nummer “Zwei” ist jetzt ein “Döner-Laden”. Der Vormieter (Internetcafé), Schild hängt übrigens auch noch, mußte angeblich nach 8 Jahren aufgeben. Ah ja, die örtliche Stadtbücherei bietet auch einen günstigen Internetzugang, sagt mir eine interessierte Passantin. Es regnet. Hin zur Stadtbücherei, die Tür steht offen, geschafft !!!??? Nein, man/frau öffnet erst um 12 Uhr. Zu spät, dann ist schon mein nächster Termin. Die beschäftigte Dame empfiehlt mir ein Internetcafé gleich in der Nähe. Überraschung (?!), diesen Ort gibt es nicht. Selbst die “örtliche Zeitung  gegenüber” von vermeintlichem Café kann die Angabe nicht bestätigen. Aber am Bahnhof, da gibt oder gab es doch einen Platz mit Internetzugang, so genau will sich jetzt aber doch niemand mehr festlegen. Tatsächlich, es gibt dieses Bahnhofscafé. Offenes Netz, freundliche Bedienung, guter Café. Ich bin der einzige Internetnutzer.

Bahnhofscafé schlägt Internetcafés ist meiner Einschätzung nach keine Einzelerfahrung für viele deutsche Kleinstädte. Surfsticks, “billiges Internet” für Gastronomen und zentrale Bahnhofslage sind Wettbewerbsvorteile, die den “alten Internetcafés” die wirtschaftliche Basis nehmen. Welche Chance hätte ein Coworking Space an so einem Ort? Keine gute so meine ich, weil “öffentliches Arbeiten” vor Ort nur von Einzelgängern ausgeübt wird und die “Community” erst einmal ohne Anlaufstelle ist. Was meint Ihr, habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht, seid Ihr optimistischer?



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