Wie hat sich Coworking in den letzten 10 Jahren verändert? – Heute: Dr. Sina Brübach-Schlickum vom Combinat 56

Veröffentlicht am 29. Mai 2019 von Felix Schürholz in Kategorie: CoWorking Basics, Konzeptionelles, CoWorking Kultur, Meinung, Praxisberichte, Beispiele, Best-Practice, Studien und Trends | Trackback URL | Zur Diskussion

Liebe Coworker, am 2. Juni 2019 feiern wir das 10-jährige Bestehen der CoWorking News. Wir wollen dieses Datum gerne zum Anlass nehmen um zurückzuschauen, aber auch um nach vorne zu blicken. Wir haben daher die Coworking Pioniere in Deutschland gebeten, ihre Erfahrungen, Ziele und Visionen zum Thema Coworking mit uns zu teilen. Den Anfang macht heute Sina vom Combinat 56, dem ersten Coworking Space in München.

Frage 1: Was ist heute für Dich die wichtigste Aufgabe von Coworking?

Nach wie vor flexible und offene Angebote für Individualisten schaffen. Jeder Coworker, egal ob selbständig, freiberuflich oder angestellt, besitzt andere Arbeitsweisen und hat demnach auch unterschiedliche Anforderungen an sein Arbeitsumfeld. Während der Eine viel telefoniert, muss der Andere hoch konzentriert arbeiten und der Nächste trifft sich vor Ort permanent mit Kunden oder schaut nur beim Kaffeeklatsch und Networking vorbei. Dennoch ist allen eins gleich: das Coworking, eine Arbeitsform in der das zusammen miteinander Teilen von vorhandenen Ressourcen und die Community im Vordergrund steht.

Workshop im Combinat 56, Foto: Combinat 56

Frage 2: Wie hast Du diese Frage vor 10 Jahren für Dich beantwortet?

Wenn ich ehrlich bin, genauso. Für mich hat sich am Coworking, sowie ich es verstehe, nicht viel geändert.

Frage 3: Wie hat sich Dein persönliches Coworking in den letzten 10 Jahren verändert?

Durch den kürzlichen Umzug raus aus der Stadt auf`s Land fahre ich nicht mehr jeden Tag nach München ins Combinat und finde mich tatsächlich ab und zu im Home Office wieder 😊.

Coworking Hund, Foto: Combinat 56/Simone Naumann

Frage 4: Welche Aspekte von Coworking sind mögliche Fehlentwicklungen?

Es ist leider nicht überall Coworking drin, wo Coworking drauf steht. Viele benutzen diesen Begriff leider fremd. So bietet beispielsweise eine Agentur, die ein oder zwei Schreibtische untervermieten, für mich kein Coworking an, das ist eher eine Bürogemeinschaft. Auch Businesscentren, die nur abgeschlossene Büros vermieten und keine Community aufbauen, benutzen den Begriff Coworking aus meiner Sicht fehl. Dadurch kann es zu einer verzerrten Wahrnehmung kommen. Leute, die dann dort das erste mal auf „Coworking“ treffen, sind dann vielleicht enttäuscht, weil sie sich etwas anderes darunter vorgestellt haben.

Frage 5: Was erfreut Dich besonders, im Rückblick auf die letzten 10 Jahre, was Coworking im Allgemeinen, als auch Dein ganz persönliches Coworking angeht?

Rückblickend freue mich natürlich sehr, in München viel Pionierarbeit zum Thema Coworking geleistet zu haben. Stellte sich vor 10 Jahren noch die spannende Frage, wie komme ich an die Leute z.B. aus dem Home Office ran, die den Begriff und die Arbeitsform Coworking nicht kennen und logischerweise danach auch nicht suchen, so ist Coworking in München heute nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile gibt es viele spannende Coworking Spaces mit unterschiedlichen Facetten. Dem Combinat wichtig war immer, offen für alles und jeden zu sein. Wir haben unseren eigenen Spirit gefunden, das ist das Original und daran halten wir fest.

Abendveranstaltung Combinat 56, Foto: Combinat 56/Simone Naumann

Vielen Dank, liebe Sina!

Das CoWorking News Team

Du bist auch ein Coworker(be) oder Coworking Space Betreiber(be) der ersten Stunde und Du hast Lust Deine Erfahrungen und Visionen des Coworking mit uns zu teilen, dann freuen wir uns über Deine Antworten zu den obigen fünf Fragen an redaktion@coworking-news.de (begleitende Fotos, Videos etc. sind immer willkommen)



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