Zusammenarbeit (sprich Coworking) als Wirtschaftsmodell in einer Kultur, die von Wettbewerb geprägt ist, geht das? Natürlich, solange die Teilnehmer die Kernwerte von partnerschaftlichem Austausch und gegenseitigem Respekt in Form einer stabilen Coexistenz praktizieren.
Für wen dies auf der Hand liegt, der braucht nicht weiter zu lesen, für alle anderen eine Erläuterung. Wir befinden uns meiner Einschätzung nach, nach der industriellen Revolution und der digitalen Revolution, im Zeitalter der “kommunikativen Revolution”. Aus Wissensarbeitern der digitalen Revolution, werden langsam Coworker der kommunikativen (lies: miteinander teilenden, sich mitteilenden) Revolution. Die Coworker der kommunikativen Revolution emanzipieren sich von der prädominanten Nutzung digitaler Medien, virtueller Welten und digitalem Denken hin zu einer ganzheitlichen, nachhaltigen Welt der Coexistenz.
Für viele Selbständige waren Konferenzen und Messen bisher die wichtigsten Orte, um sich und ihre Arbeit in der Öffentlichkeit zu zeigen. Coworking bietet jetzt eine wichtige Erweiterung und Ergänzung zu diesen Formen der Präsentation. Viele Café-Wissens-Arbeiter waren sich dessen vielleicht nicht bewusst, aber das Arbeiten im Café stellt auch eine Form des “kleinen Messeauftritts” dar. Potentiell könnte sich hier jedes aufgeklappte Laptop schnell in einen kleinen Messestand verwandeln, wenn das Umfeld dazu geeignet wäre. Doch Cafés bieten in der Regel nicht den passenden Rahmen, um Professionalität und Nachhaltigkeit von Anbieter und Angebot zu unterstreichen.
Für das Ausland gibt es sie bereits, die IHK-Firmenpools:
“Die Industrie- und Handelskammern (IHKs) wollen mittelständische Unternehmen beim Einstieg in fremde Auslandsmärkte unterstützen. Als Starthilfe bieten sie dafür unter anderem so genannte Firmenpools an. Diese Interessengemeinschaften für die Ersterschließung eines bestimmten Marktes helfen, individuelle Kosten und Risiken zu senken. Derzeit unterhalten die IHKs in allen Teilen der Welt 31 Firmenpools.”